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Biographien zu schreiben ist ja immer so eine Sache. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich auch noch um die Eigene handelt. Gerade der gemeine Rap - Artist (jedoch beileibe nicht nur dieser) verliert sich im Zuge dessen gerne mal in blumigen und wortreichen Beschreibungen seiner eigenen Fähigkeiten, was zumindest bei mir nicht selten eine gewisse Belustigung hervorruft. Daher werde ich die Beurteilung meines musikalischen Schaffens sicherheitshalber mal lieber anderen überlassen und mich vielmehr ausschließlich auf die nüchternen Fakten konzentrieren. Geboren wurde ich 1980 im schönen Limburg an der Lahn, wo ich dank des Engagements und der Weitsicht meiner Eltern im Alter von schätzungsweise fünf Jahren erstmals musikalisch aktiv werden durfte. Zunächst noch vornehmlich am Glockenspiel eingesetzt, erklomm ich in nahezu atemberaubendem Tempo die Karriereleiter und fand mich schon bald darauf an der Blockflöte wieder. Da auch diese Beförderung meinen Erfolgsdurst jedoch nicht zu stillen vermochte hatte ich im Alter von ungefähr 11-12 Jahren dann endlich mein vorläufiges Ziel erreicht, und hielt meine erste Konzertgitarre in Händen. Der kurz darauf vollzogene Wechsel zur wesentlich credibleren E-Gitarre war natürlich obligatorisch und führte mich schließlich zum Engagement in diversen Rock-Metal-Punk-Whatever-Bands.
Da es um meine Kompromissfähigkeit insbesondere im klassischen Band - Kontext jedoch schon immer nicht unbedingt zum Besten bestellt war, und meine Plattensammlung zudem mehr und mehr Rapplatten beinhaltete, widmete ich mich ab schätzungsweise 1997 zunehmend der Musikproduktion im Allgemeinen und der Rapmusik im speziellen. Ein erstes zählbares Ergebnis dieser Bemühungen war schließlich das gemeinsam mit MightyOne, dem in meinen Augen nach wie vor besten Rapper der Welt, aufgenommene „Irgendwas mit S“ – Demotape „Rapmethodik“.
Kurz darauf lernte ich im Skatepark zu Limburg den überaus begabten Herrn Pete kennen, was zunächst in einer gemeinsam mit „Kirberg Gold“, „IMS“ und Pete vollzogenen Veröffentlichung des DGS-Crew Demotapes „Statusbericht“ mündete. Wenn man so will, beinhaltet eben jenes Tape mit „Dieser Track“ auch den ersten Kopfhörer Song ever. Daraufhin folgte nach meinem Umzug nach Mainz die parallele Produktion meines sowie Pete´s Soloalbum, auf welchen erstmals auch unser damaliger DJ D-Sign zu hören war. 2003 schließlich schlossen wir uns zu „Kopfhörer“ zusammen und unterschrieben einen Deal mit Aldente - Recordz, wo in selbigem Jahr auch unser erstes Album „Ultraschall“ erschien.

So weit, so gut. Inzwischen bin ich wieder ein paar Jährchen älter (was sich unter anderem unschwer daran erkennen lässt, dass ich zunehmend auch mal mit Menschen verkehre, deren Altersangabe mit einer 3 beginnt, andererseits jedoch keinerlei sogenannte „Teens“ mehr in meinem näheren Umfeld auffinden kann) und habe gemeinsam mit Pete und den wunderbaren Fader - Fetischisten unser neues Album „Zwischen den Stühlen“ fertiggestellt von welchem ich glaube, dass es zumindest in musikalischer Hinsicht gewissermaßen unser eigentliches Debut-Album darstellt, da wir erst im Zuge der dabei entstandenen Songs zu einer tatsächlichen Band im Wortsinne herangereift sind. (Nun bin ich tatsächlich doch noch bei den eingangs erwähnten „blumigen und wortreichen“ Beschreibungen gelandet, ich bitte jedoch inständig darum, mir dies ausnahmsweise nachzusehen.) Neben meiner geliebten Arbeit mit und für Kopfhörer schreibe ich momentan zudem gemeinsam mit Michael Braun, dem Sänger der grandiosen Band „Straight no Chaser“, an einigen elektronisch anmutenden deutschsprachigen IndiePop - Songs. Dieses Projekt hört auf den Namen „Angry“ und wird wohl noch in diesem Jahr ein Album mit dem Titel „Kein Gott, keine Liebe, kein Frieden“ auf die geneigte Zuhörerschaft loslassen.

Was die Zukunft angeht, bleibt mir abschließend eigentlich nur noch eines zu sagen:

„Wir kommen nicht zur Ruhe, es geht immer nur weiter so, und egal was ist, es ist nie alles überstanden. Wir alle suchen Land, doch wir werden nie landen!“